TERRE DES FEMMES warnt vor Schnellschuss bei Beschneidungsgesetz und fordert Runden Tisch

Das Urteil hat eine heftige Debatte zwischen BefürworterInnen und GegnerInnen der
Vorhautbeschneidung aus religiösen Gründen bei minderjährigen Jungen ausgelöst. TERRE DES
FEMMES begrüßt das Urteil des Landgerichts Köln, das der körperlichen Unversehrtheit
Minderjähriger Vorrang vor dem Recht der Eltern auf Erziehung und freie Religionsausübung
einräumt.
"Wir möchten den mit den Religionsgemeinschaften in Bezug auf Vorhautbeschneidung bei
Jungen begonnenen Dialog, der in gegenseitigem Respekt geführt werden muss, weiter
fortsetzen", so Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES.
"Wir befürchten", dass mit der heutigen Beratung im Bundestag ein juristischer Schnellschuss
vorbereitet wird, der darauf abzielt, religiöse Vorhautbeschneidung bei Jungen möglichst schnell
straffrei zu stellen", so Schewe-Gerigk weiter. "Wir fürchten, dass damit auch bestimmte
Formen weiblicher Genitalverstümmelung mit legalisiert werden." Auf diese Gefahr hat auch
Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hingewiesen.
TERRE DES FEMMES fordert die Bundesregierung auf, jetzt nicht um des Rechtsfriedens willen
Regelungen zulasten der Unversehrtheit von Kindern zu beschließen und schlägt die Einrichtung
eines Runden Tischs "Körperliche Unversehrtheit von Kindern" mit allen Beteiligten vor. Seit
knapp 30 Jahren setzt TERRE DES FEMMES sich für ein weltweites Ende weiblicher
Genitalverstümmelung ein und fordert in Deutschland einen eigenen Straftatbestand zu dieser
schweren Menschenrechtsverletzung wie ihn bereits zahlreiche europäische Staaten eingeführt
haben.
Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES,
Franziska Gruber, Referentin zum Thema weibliche Genitalverstümmelung, Tel. 030/405046990 oder per E-Mail
an: presse@frauenrechte.de.
TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch
Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Beratung, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung
von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und
Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine
lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere
Schwerpunktthemen sind Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung,
Frauenhandel, Zwangsprostitution und soziale Rechte für Arbeiterinnen. Der Verein wurde 1981 gegründet, die
Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de

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